Effizienzfaktor „flexibler Arbeitsplatz“

Vor wenigen Tagen hatten wir über die Bürogestaltung als Wohlfühlfaktor und damit als Effizienz steigerndes Element berichtet. Tenor war, dass ein Mitarbeiter, der sich am Arbeitsplatz wohlfühlt, zufriedener ist, gerne arbeitet und mehr Leistung bringt.

Heute möchten wir dieses Thema Arbeitsplatz erneut aufgreifen. Denn ein Faktor für mehr Effizienz kann auch eine Flexibilisierung der Arbeitsplätze sein. Einige meinen, dass der feste Arbeitsplatz eh ein Auslaufmodell in der modernen Arbeitswelt sei. Heute arbeiten immer mehr Menschen „Gott sei Dank“ WANN Sie wollen, WO Sie wollen und WIE Sie wollen. Naja – zumindest in einem gewissen Rahmen.

Die Stadt Bonn testet seit Mitte April nun flexible Arbeitsplätze. Sprich: niemand hat mehr „seinen Platz“, jeder kann sich an jeden Arbeitsplatz setzen und von zu Hause aus arbeiten ist eh möglich (und erwünscht). Immer häufiger zieht dieses Modell in deutschen Firmen ein. Vorteile gibt es viele: Angefangen von enormen Einsparnissen (man braucht weniger Infrastruktur, weniger Platz und weniger Strom), ist es vor allem die Zufriedenheit der Angestellten, die reizvoll ist. Denn – wie bereits mehrfach erwähnt – zufriedene Angestellte leisten mehr, arbeiten effizienter und bleiben ihrer Firma treu. Und sie sind auch eher bereit am Abend oder am Wochenende noch Kleinigkeiten zu erledigen… Ein Aspekt, der nicht zu verachten ist; man denke hier, dass viele Firmen international tätig sind und mit Kunden in anderen Zeitzonen zu tun haben.

Dank der mittlerweile nahezu flächendeckenden Digitalisierung ist ein fester Arbeitsplatz auch irgendwie outdated. Heutzutage legt man alles digital ab, kann also von überall drauf zugreifen und ist somit um Längen flexibler, als wenn man in einem Ordner nachsehen muss, der irgendwo in einem Schrank, Regal oder Archiv herumsteht. Kunden können direkt bedient werden und Unterlagen stehen allen Kollegen von überall her unproblematisch zur Verfügung. Arbeitsplatz „sharing“ ist daher auch gar kein Problem mehr, sprich teilen sich 2 oder 3 Kollegen einen Posten, ist jeder zu jeder Zeit auf dem aktuellen Stand.

Nun kommen wir noch zu einem weiteren Punkt, der seit Jahren in aller Munde ist und wo sich leider noch nicht SOviel getan hat, wie es könnte: Die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit. Denn wenn man bis 12 Uhr im Büro sitzen muss, schafft man es nicht, sein Kind um 12.15 Uhr in Empfang zu nehmen. Also werden längere KiTa Zeiten benötigt oder die OGS in Anspruch genommen. Zusätzliche Kosten für die Familie und für die Kinder mehr Stress. Ein Grund, dass der Fachkräftemangel in Deutschland nach wie vor Thema ist. Denn entscheiden sich hochqualifizierte Fachkräfte PRO Familie, so stehen sie oftmals Arbeitgebern nicht mehr zur Verfügung, die an alten Strukturen festhalten. Denn Fakt ist: Firmen, die ihren Angestellten flexible Arbeitsplätze und -zeiten anbieten, leiden deutlich weniger unter dem berühmt berüchtigten Fachkräftemangel UND schwimmen so ganz vorne mit.

Unterm Strich gewinnt also jeder: Angestellte, Chef, Kunden und das Bankkonto 😉

Photo by Norbert Levajsics on Unsplash

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