Nicht immer macht flexibles Arbeiten effizienter

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Große Freiräume kennzeichnen die Arbeitswelt 4.0. Doch nicht jeder schätzt das hohe Maß an Verantwortung und Flexibilität im beruflichen Alltag gleichermaßen, wie eine aktuelle Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und des Social Networks XING nun ergibt. „Arbeiten in Deutschland“ nennt sich diese und stellt fest, dass nicht alle die zeitliche und räumliche Flexibilität in Büros freudig begrüßen.

Im Café um die Ecke wird der Projektplan fürs neue Jahr erstellt und via Skye das neue Produktdesign am Küchentisch besprochen: Die „Easy Economy“ hat es doch gut könnte man meinen. Viele vermissen jedoch Struktur und Orientierung in ihrem Berufsalltag. Von den Ihnen übertragenen Aufgaben fühlen sie sich überfordert. Der wachsende Leistungsdruck und das stetige „Weiterkommen“ auf der Karriereleiter mindern die Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Flexibles Arbeiten = höhere Motivation?

In Stellenanzeigen liest man es immer wieder: „Wir bieten Ihnen flache Hierarchien und flexible Arbeitszeitregelungen!“ Laut der Studie haben heute schon 21 Prozent der Befragten keine festen Arbeitszeiten mehr. 32 Prozent können von Zuhause oder mobil unterwegs arbeiten, so wie es für sie am besten passt. Der Übergang zwischen Freizeit und Job verschmilzt durch die Nutzung von Smartphone und die Möglichkeiten schneller Internetanbindung. Die Arbeit kann theoretisch an jedem beliebigen Ort erledigt werden. 60 Prozent können dabei ihren Arbeitsalltag komplett frei gestalten. Für manch einen heißt das jedoch, zu viel Ablenkung und zu wenig Struktur. Für manche Aufgaben wird zu viel Zeit benötigt. Wer einen Hang zum Perfektionismus hat, kann sich dabei schon mal leicht verzetteln. Immerhin träumen laut der Studie noch gut 55 Prozent der Befragten von der Möglichkeit überhaupt im Home-Office arbeiten zu können. Da zeigen sich wohl viele Arbeitgeber immer noch recht wenig flexibel.

Von Zufriedenheit im Job also keine Spur?

Nein, so direkt kann davon keine Rede sein. Wenn Unternehmen bei der Besetzung von Positionen die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche des einzelnen Menschen berücksichtigen, steht einer hohen Zufriedenheit nichts im Wege. Das gelingt leider nicht immer. Bei jedem vierten Beschäftigten passen die persönlichen Vorstellungen und das Job-Profil laut der IZA Studie nicht zusammen. 15 Prozent der Arbeitnehmer sind hingegen unzufrieden mit ihrer verantwortungsvollen Position und wünschen sich weniger Herausforderung im Joballtag. Flexibles Arbeiten und ein hohes Maß an Verantwortung sind also nicht für jeden das richtige Motiv bei der Jobsuche. 19 Prozent der Befragten geben in der Studie an, dass sie mit wenig Verantwortung zufrieden und glücklich sind. Es kann also durchaus gut mit der Mitarbeiterbindung und der Gestaltung eines Wohlfühl-Arbeitsplatzes klappen, wenn schon bei der Stellenbesetzung die individuellen Präferenzen des Kandidaten berücksichtigt werden.

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